InSpectro NIR
Inline-Nahinfrarot-Spektroskopie
Warum Inline-NIR?
Im Gegensatz zu Offline- oder At-Line-Methoden werden Inline-NIR-Sonden direkt im Prozessstrom installiert — im Inneren eines Extruderzylinders, eines Mischers, einer Beschichtungstrommel oder einer Rohrleitung. Das Material strömt während der Produktion am Sensor vorbei und ermöglicht so eine kontinuierliche Überwachung sowie eine sofortige Rückmeldung für die Prozesssteuerung. Dies eliminiert Probenahmefehler, reduziert Ausschuss und schaltet ein echtes Quality by Design frei.
Praktische Anwendungen
Was lässt sich mit einer Inline-NIR-Sonde tatsächlich messen? Hier sind die wirkungsvollsten Anwendungsfälle aus verschiedenen Branchen.
- Feuchte- / Wassergehalt
- Restfeuchte in Polymergranulat
- Endpunkt der Trocknung in Wirbelschichtgranulatoren
- Wasseraktivität bei Backwaren und in der Snackproduktion
- Erkennung von Verunreinigungen
- Erkennung von Fremdpolymeren in Recyclingströmen
- Chemische Verfälschungsmittel in Lebensmittelzutaten
- Kreuzkontamination zwischen Produktionschargen
- Chemische Zusammensetzung & Additive
- Weichmachergehalt in der PVC-Extrusion
- Restlösemittel in Beschichtungen
- Komponentenverhältnis in Polymermischungen
- Mischungshomogenität
- API-Verteilung in Pulvermischungen
- Additivdispersion in der Masterbatch-Mischung
- Homogenität beim Trockenmischen von Hilfsstoffen
NIR ist äußerst empfindlich gegenüber O-H-Bindungen, was die Feuchtemessung zu einer der zuverlässigsten und am weitesten verbreiteten Inline-Anwendungen macht. Sie ist entscheidend bei Trocknungs-, Granulier- und Extrusionsprozessen, bei denen schon geringe Schwankungen im Wassergehalt die Produktqualität beeinflussen können.
Beispiele:NIR kann chemische Verunreinigungen oder das Vorhandensein von Fremdmaterial in einem Produktstrom anzeigen und fungiert so als kontinuierliches Qualitätsgate. Es ist kein manueller Eingriff erforderlich — das System überwacht jeden Moment der Produktion.
Beispiele:NIR quantifiziert die Konzentration von Additiven, Weichmachern, Restmonomeren oder einzelnen Komponenten in Mehrkomponenten-Mischungen, während diese den Prozess durchlaufen. Dies stellt die Genauigkeit der Formulierung sicher und verhindert kostspielige Chargenausfälle.
Beispiele:Durch die Verfolgung der spektralen Variabilität über die Zeit kann NIR feststellen, wann eine Pulvermischung die angestrebte Homogenität erreicht hat. Dies ist eine PAT-Kernanwendung, die von der FDA formell anerkannt wird, und unverzichtbar, um eine konstante Qualität von Arzneimitteln sicherzustellen.
Beispiele:InSpectro NIR: Die Lösung von ColVisTec für die Inline-NIR-Spektroskopie
Das ColVisTec-NIR-Spektrophotometer arbeitet im Wellenlängenbereich von 1000 – 2500 nm und liefert in Echtzeit analytische Daten aus dem Inneren von Extrudern, Reaktoren, Mischern und anderen Prozessanlagen. Indem es kontinuierlich "in den Prozess hineinschaut", ermöglicht es eine 100-prozentige Kontrolle der Produktqualität, anstatt sich auf diskrete Probenahmen zu verlassen.
Bewährte Fallstudien
1. Erkennung von Wassergehalt & Durchsatz in der ExtrusionIn einem realen Extrusionsversuch unterschied das NIR-Inline-System klar zwischen wasserhaltigen und trockenen Polymerschmelzen:
- Wasser im Polymer → niedrigerer NIR-Signalpegel
- Kein Wasser im Polymer → höheres, stabiles Signal
- Geringerer Durchsatz (100 kg/h) → starkes Signalrauschen, was auf eine schlechte Homogenisierung hinweist
- Höherer Durchsatz (300 kg/h) → geringes Rauschen, was auf eine gute Homogenisierung hinweist
Im Rahmen des Projekts RecyColor hat das NIR-System erfolgreich Polyethylen (PE)-Verunreinigungen in Polypropylen (PP)-Rezyklat detektiert, mit einer linearen Korrelation (R² = 0,91) über einen Bereich von 0–10 % PE-Verunreinigung. Dies ermöglicht die Echtzeitkennzeichnung von Off-Spec-Material in Polymerrecyclingströmen.
Technische Daten
- Spektrum: 1000 - 2500 nm
- Spalt: 25, 50, 100, 200, 500 μm (austauschbare Spalte)
- Gitter: 75 Linien/mm
- Blaze: 1 nm
- Spektrale Auflösung: 2,6 nm bis 85 nm (abhängig von Spaltgröße und Gitter)
- Integrationszeit: 10 μs bis 5 ms (einstellbar)
- Schnittstelle für 1 Sonde
- Lichtquelle: Breitbandlampe 360 - 2600 nm
- Detektor: InGaAs-Linear-Array-Detektor mit 512 Pixeln
- Abmessungen: 610 (B) x 550 (T) x 850 (H) mm - inklusive Standardstativ und TEHC
- Gewicht: ca. 90 kg (InSpectro NIR allein: ca. 55 kg)
- Platzbedarf: ca. 1 m x 1 m
- Integrierter Computer mit 128 GB SSD und integriertem Touchscreen
- Betriebssystem: Windows® 10 IOT Enterprise LTSC
- Schnittstellen: 3x USB, 1x Ethernet, OPC-UA (Server inklusive)
- Optionale Schnittstellen: Seriell mit Modbus RTU/TCP/UDP
- Spannung: 230 V, 50 Hz, 3 A (EU) oder 120 V, 60 Hz, 8 A (US)
- Umgebungsbedingungen: 5 °C (41 °F) bis 40 °C (104 °F) (nicht kondensierend)